1000 Meilen unter dem Meer

Es war eine stürmische Nacht. Die Strömungen in jenem Teil der Tiefsee galten seit jeher als tückisch. An Bord der Nautilus waren alle Mann  beschäftigt die Maschine weiter in die Tiefen zu navigieren. Es waren die erfahrensten Seemänner, die Käpt’n Aguilar aus allen Teilen der uns bekannten Welt, für diese Mission gesucht hatte. Seit Jahren hatte er nur ein Ziel vor Augen: Die unbekannten Weiten der sieben Weltmeere zu erforschen.

Es wurde immer dunkler und das Piepen des Echolots erlosch mit einem Male. Totale Stille umgab sie. Käpt’n Aguilar kniff die Augen zusammen. Schummrige Umrisse einer gewaltigen Höhle blitzten im Lichtkegel des U-Bootes auf. Eine seltsam magnetische Anziehung ging von ihr aus. Käpt’n Aguilar gab den Befehl hinein zu steuern. Perplex sahen sich die Seemänner an, doch der Käpt’n ließ sich nicht von der Idee abbringen. Auch wenn es das Letzte war, was er in seinem Leben je tun würde: Da zu sein, wo vorher noch nie ein Mensch gewesen war; zu sehen, was zuvor noch nie jemand erblickt hatte, das war sein Traum.

In der Höhle herrschte absolute Dunkelheit. Die Lampe des U-Bootes flackerte nervös auf und erlosch. Einige der Männer schnappten nach Luft. Die Stimmung war zum Zerreißen gespannt. In der Ferne erkannten sie plötzlich einen schwachen Lichtschein. Je näher sie dem Lichtschein kamen, desto heller wurde ihre Umgebung, bis sie auf einmal komplett in gleißendem Weiß verschwanden. Sie blinzelten heftig und versuchten ihre Augen an die Umgebung zu gewöhnen. Was sie dann zu sehen bekamen, verschlug der ganzen Mannschaft den Atem.

Um sie herum wuchs das wildeste, gewaltigste und strahlendste Korallenriff, das sie jemals erblickt hatten. Schillernde Fische schwammen lustig umher und kunterbunte Algen tanzten sanft in der Strömung. „Seht doch da!“, rief Käpt’n Aguilar und zeigte nach vorne. Ein Mensch mit der Schwanzflosse eines Fisches schoss an ihnen vorbei. Die Schuppen schimmerten in goldgelb und die Haare der Fischdame in tiefem Violett. Wundersame Wesen glitten durch das blitzende Blau des Meeres. Das Bild, was sich ihnen bot war einfach atemberaubend. 

Ob sie jemals wieder zurück fuhren, oder sich in dieser wundersamen Unterwasser-Welt verloren, das ist eine andere Geschichte.